Wenn die Sommerhitze in frische Herbstbrisen übergeht, beginnt einer der poetischsten Sonnenabschnitte Chinas:Bailu oder Weißer TauDer 15. Sonnenabschnitt des traditionellen chinesischen Kalenders, der am 7. September 2026 um 22:41 Uhr Pekinger Zeit beginnt, markiert den offiziellen Übergang vom Spätsommer zum Hochherbst. Dieser Beitrag auf unserer Website soll allen neuen und bestehenden Kunden weltweit einen tieferen Einblick in die sanften Rhythmen der chinesischen Jahreszeitenkultur und die Alltagstraditionen geben, die das Leben vor Ort seit Jahrtausenden prägen.
Der Ursprung des weißen Taus: Verwurzelt in der Natur und uralter Weisheit
Der Name „Bailu“ leitet sich direkt von der auffälligsten Veränderung in der Natur zu dieser Jahreszeit ab. Wenn die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht deutlich zunehmen, verwandelt die kühle Nachtluft den Wasserdampf in winzige, glitzernde weiße Tautropfen, die sich im Morgengrauen auf Grashalmen, Blättern und Pflanzen niederlassen. In der altchinesischen Philosophie entspricht der Herbst dem Element „Gold“ im Fünf-Elemente-System, und die Farbe, die mit Gold assoziiert wird, ist Weiß – daher der Name „Weißer Tau“.
Die früheste schriftliche Erwähnung des Begriffs „weißer Tau“ findet sich inDas Buch der Lieder · Qin Feng · Jianjia, ein über 2000 Jahre altes klassisches Gedicht, das Tautropfen beschreibt, die am Flussufer glitzern. Später, der alte landwirtschaftliche TextDie 72 Sammlungen von Beschreibungen für die monatliche BestellungEs wurde deutlich festgehalten: „Boden- und Wasserfeuchtigkeit kondensiert zu Tau; der Herbst gehört dem Gold, seine Farbe ist Weiß, dies ist die Farbe des Taus, und die Luft beginnt sich abzukühlen.“ In der Han-Dynastie wurde Bailu formell als einer der 24 Sonnenabschnitte etabliert und wurde zu einem wichtigen Leitfaden für Bauern zur Planung von Ernte, Aussaat und dem saisonalen Leben.
Die traditionelle chinesische Folklore unterteilt Bailu in drei unterschiedliche natürliche Phasen:
- In der ersten Phase fliegen die Wildgänse nach Süden, um dort zu überwintern.
- Die zweite Phase markiert die Rückkehr der Schwalben in die warmen südlichen Regionen.
- In der dritten Phase sind alle Vögel damit beschäftigt, Nahrung für die kommende kühle Jahreszeit zu sammeln.
Diese sichtbaren Veränderungen in der Natur erinnern die Menschen im ganzen Land daran, dass der Herbst nun endgültig da ist.
Herzliche lokale Bräuche, die seit Jahrhunderten bestehen
Über Jahrtausende hat sich Bailu zu einer Jahreszeit entwickelt, die von sanften, herzlichen Volksbräuchen geprägt ist, die in den verschiedenen Regionen Chinas variieren.
In Südchina brauen viele Familien genau um diese Zeit einen hausgemachten süßen Reiswein namens „Weißer Tau-Reiswein“. Hergestellt aus Klebreis und fermentiertem Getreide, wird dieser leichte, milde Wein in Tonkrügen aufbewahrt und mit Nachbarn, Familie und Gästen geteilt. In vielen alten Dörfern ist es noch immer Tradition, den Älteren die erste Schale des neuen Weins anzubieten, um allen Gesundheit für den kühlen Herbst zu wünschen.
In den südöstlichen Küstenprovinzen sammeln die Menschen jedes Jahr frische weiße Teeblätter aus der Gegend um Bailu. Der Tee, der zu dieser Zeit zubereitet wird, verströmt den frischen Duft des Frühherbstes und hat einen milden, süßen Geschmack, der selbst warm getrunken nicht auf den Magen reizt. Einheimische Teeliebhaber sagen oft: „Bailu-Tee schmeckt nach dem Mittherbstfest besser als alle Frühlingstees.“
In Nordchina, insbesondere in unserer Region Handan in der Provinz Hebei, ernten Familien direkt nach Bailu frische Walnüsse, Kastanien und frisch geerntete Datteln. Kinder lieben es, die dünnschaligen, frischen Walnüsse zu knacken und den zarten, süßen Kern zu kosten, während die Älteren Birnen mit Kandiszucker kochen, um den Hals zu befeuchten und die Lunge vor der trockenen Herbstluft zu schützen.
Jahreszeitliche Weisheit, die auch heute noch den Alltag leitet
Eine der bekanntesten alten chinesischen Redewendungen über Bailu lautet: „Nach dem Weißen Tau sollte man keine unbedeckte Haut zeigen.“ Da der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht leicht 10 Grad Celsius oder mehr erreichen kann, tragen die Menschen keine Sommershorts und ärmellosen Oberteile mehr. Stattdessen ziehen sie morgens und abends ein dünnes Langarmhemd an, um sich vor einer Erkältung durch den kühlen Wind zu schützen.
Die traditionelle chinesische Medizin erinnert die Menschen daran, dass dies eine Jahreszeit der „kühlen Trockenheit“ ist. Es wird empfohlen, mehr frische Birnen, weißen Pilz, Lotuswurzel und Honig zu verzehren und den Konsum von scharfen und frittierten Speisen zu reduzieren, um den Körper zu stärken und ihn an die wechselnde Jahreszeit anzupassen. Selbst in modernen Städten pflegen Millionen chinesischer Familien diese einfachen, sanften saisonalen Gewohnheiten, die von ihren Großeltern überliefert wurden.
Veröffentlichungsdatum: 03.09.2026



